Medizinische Rehabilitation

Hinweise

Eine gute Behandlung der Epilepsien führt heute in vielen Fällen zur Anfallsfreiheit. Um den Behandlungserfolg langfristig zu stabilisieren, die psychischen, sozialen und beruflichen Folgen der Erkrankung zu mildern und zu lernen, gut mit der Epilepsie zu leben, ist dies allein jedoch oft nicht ausreichend. Dabei kann eine speziell auf die Bedürfnisse anfallskranker Menschen zugeschnittene Medizinische Rehabilitation helfen.

Maßnahmen zur medizinischen Rehabilitation werden in der Regel bei erwerbstätigen Menschen durch die Deutsche Rentenversicherung und bei Menschen, die nicht mehr erwerbstätig sind oder die Voraussetzungen zum Erhalt entsprechender Leistungen durch die Rentenversicherung nicht erfüllen (z.B. Studenten, Kinder und Jugendliche), durch die Krankenkassen finanziert.

Anträge auf Leistungen zur medizinischen Rehabilitation bei der Deutschen Rentenversicherung können vom Versicherten selbst gestellt werden – die Antragsunterlagen stehen auf der Webseite der Rentenversicherung als Download zur Verfügung. Dem Antrag sind immer ein ärztlicher Befundbericht und eine Bescheinigung der Krankenkasse beizufügen.

Sind die Krankenkassen zuständiger Kostenträger, kann vom behandelnden Arzt eine medizinische Rehabilitation verordnet werden – allerdings nur, wenn dieser über eine entsprechende rehabilitationsmedizinische Qualifikation verfügt. Die Verordnung muss von der Krankenkasse genehmigt werden und ist erst dann gültig, wenn diese zugestimmt hat.

Nach § 9 SGB IX gibt es bei der Beantragung von Leistungen zur medizinischen Rehabilitation ein Wunsch- und Wahlrecht des Versicherten, das die Leistungsträger zu berücksichtigen haben.

Bei der Beantragung ist zu beachten, dass nur die Diagnose einer Epilepsie für eine Maßnahme zur medizinischen Rehabilitation nicht ausreicht. Sie wird nur dann finanziert, wenn es sich um einen komplizierten Krankheitsverlauf handelt, der insbesondere kognitive und emotionale Beeinträchtigungen sowie Schwierigkeiten bei der beruflichen Anpassung mit sich bringt. Ob dies der Fall ist, sollte mit dem behandelnden Facharzt besprochen werden.

Bevor eine Maßnahme zur medizinischen Rehabilitation beantragt wird, ist es sinnvoll, sich über die speziellen Angebote der ausgewählten Einrichtung zu informieren. In Deutschland gibt es nur eine Klinik, in der ausschließlich Menschen mit Epilepsie rehabilitiert werden. Bei den beiden Einrichtungen in Berlin und Brandenburg handelt es sich um Kliniken, in denen die medizinische Rehabilitation von Menschen mit Epilepsie einer ihrer Schwerpunkte ist.

Adressen (Stand: 24.02.2018)

Die im folgenden genannten Kliniken sind aufsteigend nach PLZ geordnet.

Kliniken Beelitz GmbH

Neurologische Rehabilitationsklinik
Paracelsusring 6
14547 Beelitz-Heilstätten

Es handelt sich um eine Klinik für Erwachsene mit neurologischen Erkrankungen aller Art. Ein Schwerpunkt ist die Rehabilitation von Menschen mit Epilepsie, die auf einer spezialisierten Station erfolgt, die Teil des Epilepsie-Zentrums Berlin-Brandenburg ist. Die Station wird geleitet von der Chefärztin der Neurologischen Rehabilitationsklinik und dem Medizinischen Direktor des Epilepsie-Zentrums, geführt wird die Station durch je einen Oberarzt aus beiden Einrichtungen.

Ein speziell geschultes Team rehabilitiert Patienten nach einer Epilepsieoperation, mit schwer behandelbaren Epilepsien, mit zusätzlich zur Epilepsie auftretenden oder durch diese bedingten Begleiterkrankungen, mit zusätzlich auftretenden dissoziativen Anfällen und mit beruflichen und sozialen Problemen, die durch die Epilepsie bedingt sind.

Leitung:
Dr. med. Anna Gorsler
Prof. Dr. med. Martin Holtkamp

Oberärzte:
Dr. med. Daniel Harnack
Dr. med. Anja Grimmer

Kontakt:
Dr. med. Daniel Harnack
Tel.:     033204 – 22 310
über die Webseite der Klinik

Aufnahme:
Carola Schubert / Franziska Langenstraß
Tel:      033204 – 22 291
Fax:     033204 – 22 303
über die Webseite der Klinik

HELIOS Klinik Hohenstücken

Neurologisches Rehabilitationszentrum für Kinder und Jugendliche
Brahmstraße 38
14772 Brandenburg

Aufgenommen werden Kinder und Jugendliche mit neurologischen Erkrankungen. Die Klinik wird von allen gesetzlichen und privaten Krankenkassen, von der deutschen Rentenversicherung sowie von den Unfallkassen und Berufsgenossenschaften, der Bundesknappschaft und der Seekasse belegt.

Die Behandlung beginnt zumeist im Anschluss an einen Aufenthalt in einem Akutkrankenhaus, kann aber auch ohne vorherige Krankenhausbehandlung durchgeführt werden. Die Klinik ist keine spezielle Mutter-Kind-Klinik, hält aber die zusätzliche Aufnahme der Eltern oder eines Elternteils für wichtig, weil sie für den Rehabilitationsverlauf und insbesondere für die Förderung nach Beendigung der stationären Rehabilitation eine wichtige Rolle spielen. Die entsprechenden Kosten werden häufig (jedoch nicht automatisch) vom Kostenträger übernommen.

Eine teilstationäre Behandlung für Patienten, die aus der Umgebung kommen und nachts zu Hause schlafen können, ist ebenfalls möglich.

Leitung:
Dr. med. Martin Köhler

Oberärzte:
Dr. med. Jutta Köhler
Dr. med. Annikki Bertolini
Dr. med. Margit Tönneßen

Kontakt:
Tel.:     03381 – 791 0
Fax:     03381 – 79 1119

Aufnahme:
Carola Thumann
Tel.:     03381 – 79 17 03
über die Webseite der Klinik

Epilepsiezentrum Bethel

Rehabilitationsklinik
Karl-Siebold-Weg 11
33617 Bielefeld

Die Klinik gehört zum Epilepsie-Zentrum Bethel und ist Teil der v. Bodelschwinghschen Stiftungen Bethel, der größten Einrichtung zur Behandlung von Menschen mit Epilepsie in Deutschland. Es handelt sich um eine Klinik, in der ausschließlich Menschen mit Epilepsie rehabilitiert werden. Die Rehabilitationsklinik liegt in unmittelbarer Nachbarschaft der Akutkliniken zur Epilepsiebehandlung, deren diagnostische und therapeutische Möglichkeiten mit genutzt werden.

Vor Aufnahme sollte möglichst eine stabile Behandlung der Epilepsie erreicht sein. Stehen entscheidende Behandlungsschritte – z.B. ein epilepsiechirurgischer Eingriff – noch bevor, ist es in der Regel sinnvoll, die Rehabilitationsbehandlung zunächst zurückzustellen.

Chefarzt:
Prof. Dr. med. Christian G. Bien

Oberärzte:
Dr. med. Ulrich Specht (Leitender Arzt)
Dr. med. Joachim Hübner

Kontakt:
Tel.:     0521 – 772 77 775
über die Webseite der Klinik

Anmeldung:
Anke Meiners-Fricke
Tel.:     0521 – 772 78 846
über die Webseite der Klink

Zertifikat:
Das Zentrum ist als Epilepsie-Zentrum mit zusätzlicher Spezialisierung auf Epilepsiechirurgie und die Behandlung von Menschen mit Behinderung von der Deutschen Gesellschaft für Epileptologie zertifiziert.